Ferienhaus als Dauerwohnsitz in Frankreich kaufen — Was Sie wissen müssen

Ferienhaus als Dauerwohnsitz kaufen

Viele Deutsche träumen davon: ein Ferienhaus in Südfrankreich kaufen und irgendwann ganz dorthin ziehen. Aber ist das rechtlich möglich? Was ändert sich steuerlich? Und worauf müssen Sie beim Kauf achten wenn Sie das Ferienhaus später als Dauerwohnsitz nutzen möchten?

Die kurze Antwort: Ja, es ist möglich — aber es gibt wichtige Unterschiede zwischen einem Ferienhaus zur gelegentlichen Nutzung und einem Dauerwohnsitz in Frankreich.

Ferienhaus und Dauerwohnsitz — der rechtliche Unterschied in Frankreich

In Frankreich gibt es keine gesetzliche Einschränkung die verhindert, dass Sie ein ursprünglich als Ferienimmobilie genutztes Haus zu Ihrem Hauptwohnsitz machen. Die Immobilie selbst ändert sich nicht — was sich ändert ist Ihre steuerliche und administrative Situation.

Als Ferienhaus (Résidence secondaire):

  • Taxe Foncière (Grundsteuer) jährlich fällig
  • Taxe d’Habitation für Zweitwohnsitze weiterhin fällig
  • Kein Anspruch auf französische Sozialleistungen
  • Keine Meldepflicht bei der Mairie

Als Dauerwohnsitz (Résidence principale):

  • Taxe Foncière weiterhin fällig
  • Taxe d’Habitation entfällt für Hauptwohnsitz
  • Anspruch auf französische Sozialleistungen (nach Anmeldung)
  • Anmeldepflicht bei der Mairie
  • Krankenversicherung muss geregelt werden

Was ändert sich steuerlich beim Wechsel zum Dauerwohnsitz?

Der Wechsel von Ferienhaus (Zweitwohnsitz) zu Dauerwohnsitz hat steuerliche Konsequenzen in beiden Ländern.

In Deutschland:
Wenn Sie Ihren Hauptwohnsitz nach Frankreich verlegen, werden Sie in Deutschland beschränkt steuerpflichtig. Das bedeutet: nur noch deutsche Einkünfte werden in Deutschland besteuert. Ein Steuerberater mit Frankreich-Expertise ist hier unerlässlich.

In Frankreich:
Als Resident werden Sie in Frankreich unbeschränkt steuerpflichtig. Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Frankreich regelt welches Land welche Einkünfte besteuern darf.

Beim Kauf eines Ferienhauses mit Dauerwohnsitz-Plan — worauf achten?

Wenn Sie von Anfang an planen, das Ferienhaus irgendwann als Dauerwohnsitz zu nutzen, sollten Sie beim Kauf folgendes beachten:

Lage und Infrastruktur:
Ein Ferienhaus in abgelegener Lage ist romantisch für zwei Wochen Urlaub — aber als Dauerwohnsitz brauchen Sie Arzt, Supermarkt, öffentliche Verkehrsmittel und Internet in erreichbarer Nähe. Was im Urlaub charmant wirkt, kann im Alltag zur Belastung werden.

Grösse und Aufteilung:
Für den Dauerwohnsitz brauchen Sie mehr Platz als für Ferienaufenthalte. Planen Sie von Anfang an ausreichend Wohnfläche und prüfen Sie ob das Objekt für das ganzjährige Leben geeignet ist — Heizung, Isolierung und Feuchtigkeit spielen eine grössere Rolle als im Sommer.

Energieklasse:
Ein Ferienhaus mit Energieklasse F oder G ist im Sommer kein Problem — als Dauerwohnsitz im Winter werden die Heizkosten zur Belastung. Achten Sie auf die Energieklasse und planen Sie ggf. eine Renovierung ein.

Internetverbindung:
Glasfaser ist in vielen ländlichen Regionen Südfrankreichs noch nicht verfügbar. Wenn Sie remote arbeiten oder auf schnelles Internet angewiesen sind, prüfen Sie die Verfügbarkeit vor dem Kauf.

Der Umzug nach Frankreich — administrative Schritte

Wenn Sie Ihr Ferienhaus zum Dauerwohnsitz machen möchten, sind folgende Schritte nötig:

  • Anmeldung bei der Mairie des Wohnorts
  • Beantragung der Carte Vitale (französische Krankenversicherungskarte)
  • Abmeldung in Deutschland beim Einwohnermeldeamt
  • Ummeldung des Fahrzeugs auf französische Kennzeichen (innerhalb von 6 Monaten)
  • Eröffnung eines französischen Bankkontos für Daueraufträge
  • Steuerliche Ummeldung — Information an das deutsche Finanzamt

Die wichtigsten administrativen Schritte nach dem Kauf haben wir separat zusammengefasst.

Ferienhaus kaufen und später umziehen — unsere Empfehlung

Wenn Sie einen Kauf mit langfristiger Umzugsabsicht planen, empfehlen wir folgendes Vorgehen:

  1. Kaufen Sie mit Blick auf beide Nutzungen — Ferienhaus jetzt, Dauerwohnsitz später
  2. Planen Sie die Infrastruktur mit ein — nicht nur den Urlaubsaspekt
  3. Holen Sie steuerliche Beratung ein bevor Sie kaufen — nicht erst beim Umzug
  4. Prüfen Sie die Krankenversicherung frühzeitig — das ist oft der komplexeste Punkt

Mehr zu den Gesamtkosten beim Hauskauf in Frankreich finden Sie in unserem ausführlichen Leitfaden.

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Haftungsausschluss

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Alle Angaben sind nach bestem Wissen erstellt, können sich aber ändern. Eine rechtliche oder steuerliche Beratung wird dadurch nicht ersetzt. Für verbindliche Informationen wenden Sie sich bitte an einen französischen Notar oder Steuerberater. Kontaktieren Sie uns gerne für eine Vermittlung.